Wer heutzutage eine (legal erworbene!) DVD in den Rekorder schiebt, wird vor dem Filmgenuss zunächst belehrt, dass Raubkopierer sich strafbar machen und in den Knast gehen können. Urheberrecht und so. Weiß doch jedes Kind. Umso erschreckender, dass sich nun möglicherweise der ehemalige Nationalspieler/-held Kalle Rummenigge dieses Vergehens schuldig gemacht hat.
Er soll im übertragenen Sinne raubkopiert haben. Und zwar die Zeilen eines Gedichts, das er im vergangenen Jahr zu Ehren des ehemaligen Nationalspielers/-helden Franz Beckenbauer vorgetragen hat: "Lieber Franz, ich danke Dir – ich danke Dir – ich danke Dir sehr..."* (der Rest bestand ebenfalls aus allerlei "Dank", youtube hilft bei der Gedächtnisauffrischung).
Das behauptet zumindest Anette Pfeiffer-Klärle, die nun gerichtlich festgestellt haben will, dass die Worte ursprünglich aus ihrer Feder stammen. Das ist nicht nur deshalb mutig, weil man sich mit dem FC Bayern besser nicht anlegt (Uli Hoeneß ist schließlich immer noch da), sondern auch, weil sie dazu ganz öffentlich und unter Eid ihre Verantwortung für diese Sternstunde deutscher Lyrik kundtun muss. Das hätte weiß Gott nicht jeder getan.
*Weil wir feige sind und einer möglichen Klage entgehen wollen, weisen wir an dieser Stelle darauf hin, dass die Credits für die zitierten Verse entweder an Karl-Heinz Rummenigge oder Anette Pfeiffer-Klärle gehen.
11. Januar 2010