Manch einem muss die Carlsberg Brauerei in Kopenhagen wie das Paradies vorgekommen sein. Und nein, es geht dabei weder um Bezahlung, noch um Arbeitszeiten und Urlaubsanspruch. Das Rezept für eine selige Belegschaft war sehr viel einfacher.
Die Mitarbeiter durften das selbstgebraute Bier trinken. Wann und so viel sie wollten. Einzige Maßgabe: Betrunken durfte niemand sein. Dass die Definition dieses Zustands in der Fremd- und Selbstbeobachtung mitunter divergiert, lassen wir an dieser Stelle außen vor.
Und dann, ohne Vorwarnung, die Vertreibung. In Form einer neuen Beer Policy der Unternehmensleitung: Ab sofort beschränkt sich die Happy Hour auf die halbe Stunde Mittagspause in der Kantine. Man steht also vor der nicht immer einfachen Wahl zwischen Menge und Genuss.
Die Durchsetzung stellt sich allerdings alles andere als reibungslos dar. Mehrere Hundert Angestellte sind im Kampf um das Recht auf's Bier in Streik getreten. Mit der Folge, dass die Auslieferungen stocken. Sitzen die übrigen Dänen halt bald mit auf dem Trockenen.
19. April 2010