Jedes Jahr freuen sich die Kinder in Deutschland und anderswo auf das Osterfest. Während die christliche Verwurzelung des Feiertags immer mehr in den Hintergrund tritt, breitet sich die kommerzielle Verwendung der populären Kultur weiter aus.
Der Osterhase ist im Brauchtum ein Hase, der
zu Ostern Eier bemalt und im Garten versteckt – am Morgen des Ostersonntags gehen die Kinder auf die Suche. Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat der Hase andere Überbringer der Ostereier verdrängt. In Westfalen war der Osterfuchs, in der Schweiz der Kuckuck, in Thüringen der Storch und in Böhmen der Hahn als Eierlieferant bekannt.
Heute hat es der Osterhase nicht mehr leicht: Kinder erwarten am Ostersonntag häufig mehr als "nur" bunte Eier und Schokolade. Darum sind alle Eltern, die am konventionellen Brauchtum festhalten und Ostern nicht zu einer zweiten Weihnachtsgeschenkeorgie machen, die Mutigen der Woche.
Denn zweifelsohne bedarf es Mut, die Kleinen nicht mit der neuen Spielkonsole, einem Fahrrad oder sonstigem Schnickschnack zu bedenken, sondern Ostern wie anno 1959 mit morgendlichem Eiersuchen, einem schönen Familienspaziergang und abschließendem Kaffeetrinken auf der Terrasse von Tante Gerda zu begehen.
13. April 2009