Sich mit gerade einmal 26 Jahren selbstständig zu machen, ist zweifellos mutig. Dies in Zeiten rückläufiger Auflagen und schwindender Anzeigen ausgerechnet mit einer Zeitung zu tun, erst recht. Umso mehr, wenn sich diese Zeitung den alltäglichen Sorgen einer Minderheit widmet – die für die Mehrheit naturgemäß nur von begrenztem Interesse sind.
Zieht man nun auch noch in Betracht, dass der vorherige Herausgeber Menschen wie Martin Luther King und Barack Obama in seinem Wohnzimmer empfangen hat, erscheinen die Fußstapfen, in die Elinor Tatum getreten ist, noch ein wenig größer. Sie führt mit der New York Amsterdam News eine der ältesten ethnischen Zeitungen der USA. Und berichtet neben Wahlkämpfen eben über genau die Dinge, die Harlem bewegen – zum Beispiel die Buslinie, deren Service aus Kostengründen eingeschränkt werden soll. Ob diese Themen Anzeigen bringen, kann bezweifelt werden. Aber das ist auch nicht Miss Tatums Ziel.
30. März 2009