Die Fußballnationalmannschaft von Nordkorea ist bei der WM dabei – und das ist nicht erst seit dem respektablen 1:2 im ersten Vorrundenspiel gegen Brasilien eine Erwähnung wert. Schließlich hat das Land über die letzten Jahrzehnte meist auf eine Teilnahme verzichtet.
Mit der Qualifikation stand der sympathische Landesvater Kim Jong Il allerdings vor einem nicht unwesentlichen Problem. Schließlich dürfen seine Untertanen nicht ausreisen - heißt: Keine Fans am Kap der Guten Hoffnung. Eine Lockerung kommt nicht in Frage, dennoch soll natürlich niemand denken, die nordkoreanische Elf habe keinen treuen Anhang.
Irgendwo in den Hirnwindungen des Diktators – wahrscheinlich mehrheitlich Einbahnstraßen, um Geisterfahrten zu begünstigen – fand sich die Lösung: Ein Miet-Mob. 1000 Freikarten für die Spiele der PRK gehen an den großen Nachbarn. Einzige Bedingung: Öffentlichkeitswirksam für die elf Nordkoreaner auf dem Feld jubeln, klatschen, singen und schreien bis der Arzt kommt. Muss ja keiner wissen, dass die Begeisterung chinesischer Natur ist.
21. Juni 2010