Die USA sind ein sittenstrenges Land. Oder sie versuchen zumindest, diesen Anschein zu erwecken. Ein Verdacht, der einen unweigerlich beschleicht, wenn man sich beim zappen durch die 200 + X Fernsehprogramme zu einer der berüchtigten Talkshows verirrt.
Meist geht es um Lug, Betrug und jede Menge Sex. Eine Mischung, die immer wieder ein beschwichtigendes Eingreifen des Talkmasters erfordert – bevor er mit seiner nächsten Frage eine neue Lunte anzündet. Aber er ist nicht der einzige, der für Ordnung sorgt. Dank der Medienaufsicht FCC klingt ein beispielhafter Wortbeitrag aus einer dieser Shows in etwa so: "You *piep* *piiieeeep*, I'll *piep* the *piep* *piep* out of you, *PIEP*!" Wenig wertvoll, sicherlich. Allerdings fällt gleichermaßen jedes harmlose "damn" auch in anspruchsvollen Programmen der Zensur zum Opfer.
Bis jetzt. Ein New Yorker Gericht hat nun zu Gunsten der Meinungs- und Redefreiheit entschieden: Im US-Fernsehen darf wieder geflucht werden. Vorerst. Denn es steht zu erwarten, dass die FCC den Supreme Court anrufen wird.
*PIEP*.
19. Juli 2010