Der Name Ram Bahadur Bomjan wird nur den wenigsten etwas sagen. Und doch ist der nepalesische Teenager in Teilen der Welt bekannter als jeder Popstar: Er wird als Reinkarnation Buddhas verehrt.
Nun trägt es sich zu, dass im Süden Nepals alle fünf Jahre das hinduistische Gadhimai-Fest begangen wird – eine uralte Tradition, deren fester Bestandteil zehntausende Tieropfer sind. Eine Tradition, für deren Ende Ram Bahadur Bomjan eintreten will.
Nun kann man sich fragen, warum sich dieser Junge ein Urteil über die Riten einer anderen Glaubensgemeinschaft erlaubt, die der seinen von der Bedeutung ebenbürtig und von der Anhängerzahl überlegen ist. Man mag das sogar als Anmaßung empfinden.
Das ist aber nicht das, worum es geht. Ram Bahadur Bomjan will niemandem etwas verbieten. Er will auch nichts anordnen. Er will – wohl wissend, dass er in diesem Belang keinerlei Einfluss besitzt – das Fest besuchen und bei den Gläubigen von Angesicht zu Angesicht um das Leben der Tiere bitten. Eine Menge Demut für einen kleinen Gott.
19. Oktober 2009