Die auch Mitte Mai noch immer alles andere als frühlingshaften Temperaturen sind nicht das einzige Andenken, das der letzte Winter uns hinterlassen hat. Nach wie vor lassen kratertiefe Schlaglöcher den morgendlichen Arbeitsweg für Rad- und Autofahrer zum anspruchsvollen Slalomkurs verkommen.
In London regt sich gegen die Nachlässigkeit bei den Reparaturen jetzt Widerstand. Und der ist grün. Der 33-jährige Steve Wheen verwandelt die achsenschädigenden Ärgernisse in kleine Gärten: Überall in der britischen Hauptstadt wachsen plötzlich Narzissen, Alpenveilchen und Schlüsselblumen mitten auf Fahrbahnen und Gehwegen.
Die Ziele des Kunststudenten und begeisterten Hobbygärtners sind dabei denkbar bescheiden. "Wenn ich damit jemandem ein Lächeln aufs Gesicht zaubern kann, ist mir das genug."
Und ganz nebenbei bewahrt er alle, die auf zwei oder vier Rädern unterwegs sind, vor unsanften Begegnungen der asphaltschen Art.
17. Mai 2010