Ruhig bleiben. So lautet der häufigste und wohl zugleich der am schwierigsten umzusetzende Ratschlag in Bezug auf Gefahrensituationen. Richtig ist er allemal, wie die Geschichte des jungen Walter Acre beweist.
Der 13-jährige Norweger war auf dem Heimweg von der Schule, als er sich plötzlich von vier knurrenden Wölfen eingekreist fand. Das ist eben die andere Seite der unberührten Natur im hohen Norden.
Der Junge hatte kurz zuvor gehört, man solle vor Wölfen nicht weglaufen, sondern seinerseits versuchen, sie in die Flucht zu schlagen. Walter erinnerte sich in seiner prekären Situation nicht nur an das Gehörte, sondern war auch in der Lage, es mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln umzusetzen: Er zog das Handy aus der Jackentasche und beschallte das Rudel mit den Tönen der amerikanischen Metal-Band Megadeth.
Offenbar steht diese Art von Musik in den Raubtier-Hitparaden nicht sonderlich weit oben. Die Wölfe jedenfalls suchten das Weite. Und der kleine Walter kam heil zu Hause an. Wenn auch wahrscheinlich
mit zitternden Knien.
31. Januar 2011